Auf der Vorderseite steht, was das Produkt verspricht. Auf der Rückseite steht, was du überprüfen kannst. Dreh die Dose einmal um.
Kurz gesagt
Drei Angaben stehen auf jeder Rückseite: die Zutaten, ihre Mengen und die Fütterungsempfehlung. Fehlt eine davon oder ist sie pauschal, kannst du nicht beurteilen, was dein Hund tatsächlich bekommt. Prüf die Zutaten auf Einzelnamen statt Sammelbegriffe, schau nach, ob Mengen genannt werden, und suche die kleinste Gewichtsstufe in der Tabelle. Das sagt dir nicht, ob ein Produkt gut ist. Es sagt dir, wie viel du darüber überhaupt herausfinden kannst.
Autor: BINGO · Veröffentlicht: 31.08.2026
Steht da, was drin ist?
Schau als Erstes, ob die Zutaten einzeln mit Namen dastehen oder ob dort Sammelbegriffe wie „pflanzliche Nebenerzeugnisse" stehen. Beides ist rechtlich zulässig, die sogenannte offene Deklaration mit Einzelnamen ist aber die einzige Variante, aus der du etwas ablesen kannst. Zusatzstoffe wie Vitamine und Spurenelemente bilden dabei eine eigene Kategorie und stehen getrennt von den Zutaten.
Die Reihenfolge sagt dir etwas über die Anteile, denn sie ist absteigend nach Gewicht sortiert. Prozentangaben sagen deutlich mehr. Was sonst noch auf ein Etikett gehört und was fehlende Pflichtangaben bedeuten, steht in Nahrungsergänzung für kleine Hunde.
Steht da, wie viel?
Der Unterschied zwischen „ist enthalten" und „in einer Menge, die du nachvollziehen kannst" ist der wichtigste Punkt auf der ganzen Rückseite. Entscheidend ist der Bezug: Eine Prozentangabe gilt für hundert Gramm Produkt, dein Hund bekommt aber vielleicht zwei Gramm am Tag. Zwischen beiden Zahlen liegen zwei Größenordnungen.

Rechnen musst du das nicht selbst. Der Ergänzungsfutter-Check macht es mit den Zahlen deiner eigenen Dose: Du gibst die Prozentangabe und die Tagesmenge ein und siehst, was davon tatsächlich im Napf landet. Wie du erkennst, ob ein Anbieter Mengen überhaupt nennt, steht in All-in-One-Ergänzungsfutter für Hunde.
Passt die Fütterungsempfehlung zu deinem Hund?
Das ist der Punkt, an dem die meisten Etiketten kleine Hunde im Stich lassen, und der Grund ist immer derselbe: Die Empfehlungen sind in groben Stufen gebaut. Typisch ist eine Staffelung wie „bis 10 kg", „bis 25 kg", „über 25 kg". Für einen Hund, der genau in die Mitte einer solchen Stufe fällt, ist das keine Empfehlung, sondern eine Schätzung.
Zwei Fälle betreffen dich besonders. Der erste: Dein Hund ist leichter als die kleinste angegebene Stufe. Ein Chihuahua mit drei Kilo liegt unterhalb von „bis 10 kg", und was er bekommen soll, steht nirgends. Der zweite: Dein Hund liegt zwischen zwei Stufen. Eine Französische Bulldogge mit zwölf Kilo teilt sich die Stufe „bis 25 kg" mit einem Hund, der doppelt so schwer ist.

Kleine Rassen lassen sich also nicht über eine Gewichtsgrenze definieren. Betroffen sind alle, für die die Stufen zu grob geschnitten sind. Auch dafür rechnet der Check: Er zeigt dir, wie breit eine Gewichtsstufe tatsächlich ist, wenn dein Hund dazwischenliegt.
Der dritte Fall ist die Angabe selbst. „Ein Teelöffel" ist keine Mengenangabe, weil Teelöffel unterschiedlich groß sind und Pulver unterschiedlich dicht.

Bei einer Tagesdosis von zwei Gramm entscheidet der Löffel darüber, ob dein Hund die Hälfte oder das Doppelte bekommt. Eine Grammangabe oder ein Löffel mit Markierung lösen das, eine Küchenwaage tut es auch.
Deine konkrete Handlung: Such die kleinste angegebene Gewichtsstufe und vergleich sie mit deinem Hund. Liegt er darunter oder mittendrin zwischen zwei Stufen, weißt du, dass die Angabe für ihn nicht gemacht wurde.
Der Check: neun Fragen an deine Dose
Nimm deine Dose in die Hand und geh die neun Fragen durch. Das dauert etwa zwei Minuten, und du brauchst dich nirgends anzumelden. Deine Antworten werten wir anonym aus, um zu sehen, welche Angaben auf Etiketten am häufigsten fehlen.
Was ist drin?
- Stehen die Zutaten einzeln mit Namen da?
- Sind Zusatzstoffe wie Vitamine oder Spurenelemente einzeln aufgeführt?
- Erkennst du, welche Zutat den größten Anteil hat?
Wie viel?
- Steht bei den Hauptzutaten eine Menge in Prozent oder Gramm?
- Kannst du ablesen, wie viel dein Hund pro Tag davon bekommt?
- Sind die Zusatzstoffe mit Gehalt angegeben?
Passt es zu deinem Hund?
- Wie fein ist die Fütterungsempfehlung gestaffelt?
- Findest du dein Hundegewicht in der Tabelle wieder?
- Kannst du die Tagesmenge genau abmessen?
Am Ende bekommst du drei Ergebnisse, eines pro Block, und kein Gesamturteil. Das ist Absicht. Der Check sagt dir nicht, ob dein Produkt gut ist. Er sagt dir, wie viel du darüber überhaupt herausfinden kannst.
Was kannst du tun, wenn Angaben fehlen?
Fragen. Hersteller sind zwar nicht verpflichtet, dir mehr zu sagen, als auf dem Etikett steht, aber viele antworten. Und die Art der Antwort ist selbst eine Information.
Drei Fragen, die du kopieren und per Mail oder Kontaktformular schicken kannst:
- Welche Einzelfuttermittel sind in Ihrem Produkt enthalten und in welcher Reihenfolge nach Anteil?
- Wie hoch ist der Gehalt der Hauptzutaten bezogen auf die empfohlene Tagesration?
- Welche Tagesmenge empfehlen Sie für einen Hund mit [dein Gewicht] kg Körpergewicht?
Kommt eine klare Antwort, hast du deine Information. Kommt eine ausweichende, hast du eine andere. Beides ist mehr, als du vorher wusstest.
So entstand dieser Artikel
Die neun Fragen leiten sich aus den Kennzeichnungsvorgaben der unten verlinkten EU-Futtermittelverordnung ab. Sie prüfen ausschließlich, welche Angaben auf einer Verpackung stehen und wie genau sie sind. Über die Qualität eines Produkts sagen sie nichts aus, und sie ersetzen keine Beratung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt.
Zur Offenheit gehört auch das: Unsere eigene Gewichtsstaffelung steht noch nicht final. Punkt drei haben wir für uns selbst also noch nicht gelöst.
Dieser Artikel nennt bewusst keine anderen Marken und bewertet keine fremden Produkte. Die Bilder sind KI-generiert und zeigen keine realen Hunde und keine realen Produkte.
Häufige Fragen
Was bedeutet „offene Deklaration"?
Dass die Zutaten einzeln mit Namen und idealerweise mit Prozentangabe genannt werden, statt in Sammelbegriffen zusammengefasst zu sein. Vorgeschrieben ist sie nicht, aussagekräftig ist nur sie.
Warum steht bei manchen Zutaten keine Menge?
Weil Mengenangaben zu einzelnen Zutaten überwiegend freiwillig sind. Ein Anbieter, der sie nennt, macht sich überprüfbar. Fehlen sie, ist das kein Verstoß, aber du kannst nichts vergleichen.
Mein Hund ist leichter als die kleinste Stufe. Was jetzt?
Dann gibt es für ihn keine Angabe, und eigenes Herunterrechnen ist Raten. Frag beim Hersteller nach der Tagesmenge für sein Gewicht und sprich es beim nächsten Tierarzttermin an.
Reicht ein Teelöffel als Maß?
Nein. Teelöffel sind unterschiedlich groß und Pulver unterschiedlich dicht. Bei kleinen Tagesmengen kann daraus schnell die Hälfte oder das Doppelte werden. Eine Grammangabe oder eine Küchenwaage lösen das.
Sagt der Check, ob mein Produkt gut ist?
Nein, und das ist Absicht. Er bewertet, wie viel ein Hersteller über sein Produkt verrät. Ein Produkt mit knapper Deklaration kann gut sein, du kannst es nur nicht überprüfen.
Quellen
- Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln, EUR-Lex
Wir machen diese Angaben bei unseren eigenen Produkten. Was dir auf Etiketten schon aufgefallen ist, kannst du im BINGO Bite Club erzählen, dort tauschen sich Halterinnen und Halter kleiner Hunde darüber aus.