Beim Mops ist Rundlichkeit angeblich rassetypisch. Genau dieser Satz ist der Grund, warum es so lange niemand merkt. Hier steht, wie du es in dreißig Sekunden selbst prüfst.
Kurz gesagt
Leg beide Hände flach seitlich an den Brustkorb und streich darüber. Spürst du die Rippen unter einer dünnen Schicht, ohne zu drücken, passt es. Musst du drücken, um sie zu finden, ist zu viel drauf. Schau deinen Hund zusätzlich von oben an: Zwischen Rippenbogen und Hüfte sollte eine Taille erkennbar sein. Der häufigste blinde Fleck sind Leckerli, nicht die Futtermenge. Und wiegen allein reicht nicht, weil dreihundert Gramm bei einem kleinen Hund kaum auf der Waage auffallen, im Körper aber schon.
Autor: BINGO · Veröffentlicht: 07.09.2026
Warum ist Übergewicht beim Mops so häufig?
Weil mehrere Dinge zusammenkommen, und keines davon ist mangelnde Sorgfalt. In einer Auswertung britischer Tierarztpraxen war Übergewicht die am häufigsten dokumentierte Diagnose beim Mops überhaupt. Betroffen waren 17,4 Prozent der untersuchten Möpse gegenüber 6,9 Prozent bei allen anderen Hunden.
Eine zweite Auswertung mit 22.333 Hunden kommt zum selben Bild: Der Mops hatte dort die höchste Rassedisposition für Übergewicht überhaupt, mit etwa der dreifachen Chance im Vergleich zu Mischlingen. Als weitere Risikofaktoren zeigten sich Kastration und mittleres Alter.
Diese Zahlen stammen aus der britischen Primärversorgung. Übertragbar ist die Richtung, nicht die exakte Prozentzahl für Deutschland. Die Richtung ist aber deutlich, und sie hat einen praktischen Kern: Beim Mops fällt Übergewicht optisch weniger auf als bei einem Hund mit sichtbarer Taille und langem Fell. Die kompakte Statur kaschiert.
Dazu kommt die Bewegungsseite. Ein Mops kann bei Wärme oder Anstrengung schlechter kühlen, deshalb fallen längere Runden häufiger aus. Was dabei zu beachten ist, steht in Französische Bulldogge: Haut, Falten und Hitze.
Gewicht und Atmung hängen dabei zusammen: Ein schwererer Hund muss mehr Luft bewegen, und ein Hund, der schlechter atmet, bewegt sich weniger. Was du zur Atmung beobachten kannst, steht in Schnarchen, Röcheln, Hecheln.
Wie funktioniert der Rippentest?
Du legst beide Hände flach seitlich an den Brustkorb, etwa dort, wo bei dir die unteren Rippen sitzen, und streichst mit leichtem Druck darüber. Mehr ist es nicht.

So liest du das Ergebnis: Spürst du die einzelnen Rippen unter einer dünnen Schicht, ohne zu drücken, ist alles gut. Der Vergleich, der es am besten trifft, ist der Handrücken. Streich mit der anderen Hand über deine Fingerknöchel, so etwa sollten sich die Rippen anfühlen. Musst du dagegen mit den Fingerkuppen einsinken, um sie zu finden, liegt zu viel darüber. Stehen die Rippen sichtbar hervor, ist es zu wenig.
Der zweite Blick geht von oben. Stell dich über deinen stehenden Hund und schau nach unten. Zwischen Rippenbogen und Hüfte sollte sich die Silhouette erkennbar verschmälern. Fehlt diese Taille und verläuft der Körper gerade oder rundet sich sogar aus, ist das ein Hinweis.
Und ein dritter, den viele vergessen: die Seitenansicht. Von der Seite betrachtet sollte der Bauch nach hinten leicht ansteigen und nicht parallel zum Boden verlaufen.
Mach das einmal pro Woche, immer zur gleichen Gelegenheit. Genau das ist der Punkt: Eine schleichende Veränderung siehst du nur, wenn du regelmäßig hinschaust.
Warum reicht die Waage allein nicht?
Weil die Zahl bei kleinen Hunden zu wenig hergibt. Dreihundert Gramm klingen nach nichts. Bei einem Mops mit sieben Kilo sind das über vier Prozent des Körpergewichts. Auf einen Menschen mit achtzig Kilo übertragen wären das gut drei Kilo, und die würde niemand als Rundungsfehler abtun.
Dazu kommt ein praktisches Problem: Auf der Haushaltswaage stehen die wenigsten Hunde still, und die Werte schwanken je nach Tageszeit und Fütterung. Wer sich allein auf die Zahl verlässt, misst Rauschen.
Der Rippentest misst dagegen, worauf es ankommt, nämlich die Schicht über den Rippen. Er funktioniert unabhängig von Rasse, Alter und Fell, und er braucht kein Gerät. Die Waage ist trotzdem nützlich, aber als Ergänzung und nicht als alleinige Grundlage.
Wo verstecken sich die Kalorien im Alltag?
Fast nie im Napf. Die Futtermenge messen die meisten Halter ab, weil sie auf der Packung steht. Was danebenläuft, zählt niemand mit.

Die üblichen Verdächtigen: Leckerli beim Training, ein Stück Käse aus dem Kühlschrank, der Rest vom Teller, Kauartikel, die Belohnung vom Nachbarn, das Extra beim Tierarztbesuch. Einzeln ist jedes davon harmlos. Bei einem Hund mit sieben Kilo summiert sich das schnell auf einen zweistelligen Prozentsatz der Tagesration.
Was hilft, ist unspektakulär: Nimm die Leckerli für einen Tag aus der Tagesration ab, statt sie obendrauf zu geben. Leg sie morgens in eine Dose, und was leer ist, ist leer. Und wenn mehrere Menschen im Haushalt füttern, redet einmal darüber, wer was gibt. Das ist häufiger die Ursache als alles andere.
Ein Hinweis zu Öl: Es ist praktisch zu geben und bringt spürbar Kalorien mit. Bei einem kleinen Hund gehört es in die Tagesration eingerechnet. Mehr dazu steht in Nahrungsergänzung für kleine Hunde.
Was tust du, wenn der Test auffällig ist?
Nicht sofort die Futtermenge halbieren. Radikales Kürzen führt bei kleinen Hunden schnell dazu, dass die Nährstoffversorgung nicht mehr stimmt, und der Hund hat Hunger, was die Sache im Haushalt nicht leichter macht.
Der erste Schritt ist eine Woche mitschreiben. Alles, was der Hund bekommt, von wem und wann. Diese Liste ist bei fast allen aufschlussreicher als jede Rechnung, und sie ist die beste Vorbereitung für den Tierarzttermin.
Der zweite Schritt ist der Termin selbst. Dort wird der Körperzustand fachlich eingeschätzt, andere Ursachen wie eine Schilddrüsenunterfunktion werden ausgeschlossen, und du bekommst eine Zielvorgabe, die zu deinem Hund passt. Genau das kann dir kein Artikel liefern.
Und dann Geduld. Abnehmen dauert bei einem kleinen Hund Monate, nicht Wochen, und das ist auch richtig so. Was in der Zwischenzeit hilft: Bewegung in kleinen Portionen über den Tag verteilt, Schnüffelspiele statt Rennen, und die Leckerli in kleinere Stücke brechen, statt sie wegzulassen. Für einen Hund zählt die Anzahl der Belohnungen, nicht ihre Größe.
Wann zum Tierarzt?
Ruf in der Praxis an, wenn dein Hund zunimmt, obwohl sich an Futter und Bewegung nichts geändert hat · wenn er ohne erkennbaren Grund abnimmt · wenn er auffällig viel trinkt oder häufiger uriniert · wenn das Fell stumpf wird oder ausfällt · wenn er schnell erschöpft ist oder hörbar atmet · bevor du eine Reduktionsdiät startest, damit die Nährstoffversorgung stimmt. Alles, was du hier liest, ersetzt keine Untersuchung.
So entstand dieser Artikel
Die Zahlen stammen aus den beiden unten verlinkten Auswertungen britischer Tierarztpraxen und beschreiben dokumentierte Diagnosen, nicht die tatsächliche Häufigkeit in der Gesamtpopulation. Die Übertragbarkeit auf Deutschland ist plausibel, aber nicht formal geprüft. Konkrete Futtermengen nennt dieser Artikel bewusst nicht, weil sie vom einzelnen Hund abhängen. Erfahrungen aus der Community sind nicht eingeflossen. Die Bilder sind KI-generiert und zeigen keine realen Hunde.
Häufige Fragen
Ist Rundlichkeit beim Mops nicht rassetypisch?
Nein. Ein Mops ist kompakt gebaut, aber die Rippen sollen unter einer dünnen Schicht spürbar sein und von oben soll eine Taille erkennbar bleiben. Der Rassestandard beschreibt keinen runden Hund.
Wie oft sollte ich den Rippentest machen?
Einmal pro Woche reicht, am besten immer zur gleichen Gelegenheit. Eine schleichende Veränderung fällt nur auf, wenn du regelmäßig vergleichst.
Mein Hund frisst wenig und nimmt trotzdem zu. Wie kann das sein?
Häufig läuft mehr nebenher, als man denkt, besonders wenn mehrere Menschen füttern. Es können aber auch Erkrankungen dahinterstecken, etwa der Schilddrüse. Eine Woche mitschreiben und den Termin machen.
Darf ich einfach die Futtermenge halbieren?
Besser nicht. Bei kleinen Hunden ist die Nährstoffversorgung dann schnell nicht mehr gedeckt. Sinnvoller ist, zuerst die Extras zu erfassen und die Reduktion mit der Tierarztpraxis abzustimmen.
Wie lange dauert es, bis sich etwas tut?
Bei einem kleinen Hund sind es Monate, keine Wochen. Langsam ist dabei kein Mangel, sondern die sichere Variante.
Quellen
- O'Neill DG et al. (2022): Health of Pug dogs in the UK. Disorder predispositions and protections. Canine Medicine and Genetics 9:4
- Pegram C et al. (2021): Frequency, breed predisposition and demographic risk factors for overweight status in dogs in the UK. Journal of Small Animal Practice 62:521-530
Wie haltet ihr die Leckerli im Blick, wenn mehrere Leute füttern? Im BINGO Bite Club tauschen sich Halterinnen und Halter kleiner Hunde genau über solche Alltagsfragen aus.